Das Leben nach der Stasiskammer – ein Roundup

Hallo zusammen,

so muss es sich anfühlen in der Stasis zu sein. Die Klappe geht zu, kalte Luft umhüllt Haut und Haar, man wird müde und schläft ein. Vielleicht träumt man sogar – da sind sich ja die verschiedenen Sci-Fi-Serien uneinig.

Irgendwann wacht man dann – meist durch einen technischen Unfall – wieder auf und Aliens lachen dir ins Gesicht.

Parker: „Warum frieren wir ihn nicht ein? Ich meine, Kane ist doch krank oder?“

So, oder so ähnlich, mag man vielleicht denken wenn man urplötzlich vor die Tatsache gestellt wird, dass die zweite Edition der kleineren Plastik-Raumschiff-Schlachten namentlich X-Wing endlich angekommen ist. Doch fangen wir vorne an.

Was bisher geschah …

Ich denke wir sind uns da alle einig. Kaum gab es die große Ankündigung um 2.0 war es um die erste Edition wie ausgestorben – zuerst fehlten die Turnierteilnehmer, dann die Turniere.

Während einige Spieler sich den weltlichen Problemen wie Hochzeit und Kinder und so nem Zeug widmeten – oder einfach nur wieder Bock auf Klein-Warhammer hatten – gab es solche die sich so tief wie möglich in die Materie einarbeiteten .. tiefer und tiefer .. mehr und mehr. Und so einer war auch ich ..

Saruman: „Die Zwerge waren zu gierig und haben zu tief geschürft.“

Durch verschiedene Unpacking-Videos, Livestreams und Ankündigungen war es anfangs noch leicht die Sache zu verfolgen, doch mit der Zeit nahm es überhand und man brauchte einen Ort zum Sammeln der Informationen. Zum Glück hatte ein inzwischen weltbekanntes Community-Mitglied (Danke Fabian!) zügig ein Google Doc ins Leben gerufen, in welchem zahlreiche Infos von der Community platziert werden konnten.

Man sammelte Fotos und Screenshots von Piloten, Upgrades und Manöverrädern, einigen (teils neuen) Regeln die von Alex Davy oder Frank Brooks irgendwo in den Raum geworfen wurden, sogar die neuen mittelgroßen Plastikbases wurden zeitweise von einigen Drittanbietern zum Verkauf angeboten.

Doch bislang fehlte das wichtigste um vernünftig zu testen und zu spielen: Punktkosten. Immerhin wurden zeitweise auf großen Turnieren (wie zum Beispiel den European Championships) komplette Squads zum Spielen ausgestellt. Diese landeten schnell mit Fotos oder einfach nur einer losen Beschreibung im Netz, worauf den ersten Proxyspielen nichts mehr im Wege stand.

Spock: „Sie haben es geschafft, Sir …“

Leider gab es nur drei Squads von denen man ausgehen konnte, dass sie annähernd gleich stark waren. Es stellte sich zudem heraus, dass die sogenannten Threat Cards nicht den Regeln fürs gängige Turnierspiel entsprachen – zum Beispiel haben manche TIE-Fighter zwei Modifikationen ausgerüstet. So kam nach den ersten Testspielen eine erneute Flaute auf.

Kirk: „Nichts ist geschafft! Er hat uns die Hosen runtergezogen!“

Doch FFG tat viel um die hungrigen Mäuler stetig zu füttern. Neue Artikel gab es fast wöchentlich. Zwischenzeitlich sogar die Rules Reference und ab und an wurden neue Karten in Umlauf gebracht. Teilweise gab es allerdings auch nur Infos um den Neueinsteigern einen Anreiz zu bieten.

Urplötzlich die große Ankündigung: PDFs mit einer offiziellen und aktuellen Punkteübersicht der Piloten, Upgrades, einfach allem wurde freigegeben!

Und so begann es .. schnell tauchten zusammengestückelte Excel-Tabellen auf, dann weiterentwickelte Smartphone Apps und irgendwann erschien sogar der allseits beliebte Yet Another Squadron Builder in zweiter Auflage.

Das fröhliche Squadbuilding konnte beginnen!

Jonas 2Liste gebastelt, Karten gedruckt und auf in die schöne neue Welt.


Ein Zwischenstopp auf dem Sandplaneten

Eigentlich hatte ich geplant das Road to DM Turnier für mich als das letzte 1.0 Turnier mitzunehmen, doch leider sollte es durch verschiedene Umstände nicht dazu kommen, so dass das Turnier letztendlich sogar abgesagt werden musste. Für mich also erstmal keine Aussicht noch irgendwie in Kontakt mit den Leuten zu kommen.

Doch wie der Zufall es so wollte – der kluge verheiratete Mann erkennt hier bereits den Irrtum – war ich gerade auf Familienbesuch im Ruhrpott unterwegs als am selben Wochenende in Düsseldorf die Deutsche Meisterschaft in X-Wing ausgetragen wurde.

Kurzerhand konnte ich mir den gesamten Nachmittag frei nehmen und machte mich sogleich auf zur Jugendherberge. Dort angekommen ein willkommen heißen von vielen lieben Menschen, fühlte ich mich doch sofort herzlich umsorgt. Nachdem ich einen schnellen Rundgang – mit kurzem Schnack hier und da – absolviert hatte, erwartete mich Marius bereits aufgeregt am Kommentatorentisch.

WM 3
Zwei Männer über vier Stunden eingepfercht in einem kleinen Raum – es gibt nichts Vergleichbares für einen schönen Samstagnachmittag!

Wir moderierten zusammen die letzten drei unheimlich spannenden Spiele der Deutschen Meisterschaft – welche von Loken per Twitch-Stream live übertragen wurden – und konnten anschließend den neuen König Steka zur Krönung beglückwünschen. Für mich ein überaus zufriedenstellender Abschied aus 1.0!

WM 1_ Smell you later one-point-o.


Die moderne Art des Squadbuilding

Endlich war es soweit, der 13. September brach an und alle Foren liefen heiß – man konnte die Anspannung deutlich spüren. Erste Stimmen aus Australien ließen verlauten dass genau … nichts passiert ist – okay, war irgendwie anzunehmen. Doch auch zur Mittagszeit waren noch keine erhofften Apps oder News zu sehen. Dann irgendwann abends (Ortszeit) tauchten die ersten Welcome-Artikel auf und später konnte sogar die sagenumwobene App auf einem Android-Device installiert werden.

Tja, da war es nun – der offizielle Squad Builder. Die App war wohl nicht ganz <italic> fertig </italitics> könnte der eine oder andere Lästermund meinen, doch auch die Browserversion konnte anfangs nicht wirklich überzeugen.

Jay: “Da verfügt man über grenzenlose Technik aus dem ganzen Universum und wir gurken in einem alten, vergammelten Ford GT10 0815 rum.”

Ich ließ also alles Digitale vorerst liegen – hatte ohnehin schon zahlreiche Listen fertig gebastelt – und kümmerte mich um den physischen Teil der zweiten Edition: Grundbox? Check! Conversion Kit? Check! Na dann, ran an die Arbeit!

Bye 1-0Die alten Sachen liegen entweder verbrannt, zerrissen oder aber gut sortiert im Schuhkarton.

Ein paar Tage darauf wurde ein offizielles Statement zum Launch abgegeben und zahlreiche Bugfixes eingespielt. Ich denke man kann nun ohne Verdruss sagen: Wir wurden alle etwas enttäuscht – also abhaken und weiter machen!

Inzwischen funktioniert der Großteil des Builders und so möchte ich einfach meine ersten Eindrücke zu 2.0 mit euch teilen und vielleicht dem einen oder anderen Spieler ein paar Tipps zum Squadbuilding mit auf den Weg geben.

Ramrod: „Hoch damit, und raus mit ihnen! Volle Energie – und fertig ist die Ramrod-Infanterie!“

Vorwort

Die folgenden Listen und Ideen beziehen sich auf den Modus Erweitert, was sofern nichts weiter bedeutet, als dass alle Schiffe und Upgrades die in der Grundbox und den Conversion Kits enthalten waren, erlaubt sind.
Es gibt derzeit drei verschiedene Standard-Modi (Erweitert, Zweite Edition und Varianten) doch welche davon – und wenn in welchem Umfang – auf Turnieren bespielt werden ist noch nicht geklärt. Man kann inzwischen sogar eigene Formate entwerfen und teilen. thanf’s Force vs Droids – Bitte nicht hauen, wenn ich einen Charakter übersehen habe.

Allgemeine Tipps
  1. weniger Upgrades = mehr Schiffe
    • Viele Upgrades sind nicht mehr so wirkungsvoll wie wir es aus der ersten Edition gewohnt sind. Es lohnt sich unter Umständen eher mehrere Schiffe ins Squad zu nehmen als eines maßlos zu überfüllen.
  2. Manchmal ist der Pilot talentiert genug.
    • Alle Schiffe haben bereits von sich aus eine Fähigkeit, hinzu kommen die Fähigkeiten der Piloten. Daher sollte man gut abwägen ob und wie viele Upgrades man auf ein Schiff legt. Oft genügen ein oder zwei oder auch mal gar keins.
  3. Türme ade, Feuerwinkel olé!
    • Der für viele ins Fleisch übergegangene Gedanke man könnte einfach losfliegen und dank PWT oder TLT immer schießen gehört nicht mehr zu unserem Denkschema. Schiffe wie der Millennium Falke besitzen nun einen Doppel-Arc wodurch immer Blind Spots bleiben, die es mit geschickten Manövern zu nutzen gilt.
      PS: Geschütze sind natürlich trotzdem nicht verkehrt!
  4. Was damals gut nun eher nicht, was damals nicht nun eher gut?
    • So eine sehr grobe Daumenregel. Wenn man zum Beispiel Schiffe wie den TIE-Vergelter oder die HWK-290 betrachtet, haben sie durch Aktionen, Kosten, Fähigkeiten deutlich an Potenzial gewonnen.
Mein Ansatz

Bekanntermaßen bin ich ein Freund von sogenannten Multi-Tool-Listen (wie damals die Imperial A-Holes), meist bestehend aus

  1. einem Ass oder Halb-Ass* als Closer. Also Schiffe die am Ende Vorteile gegenüber anderen Schiffen haben und so unter Umständen das Blatt noch einmal Wenden können.
  2. einem Schiff welches durch eine imaginäre Bedrohung als Ablenkung dienen kann, aber auch alleine gegen bestimmte gegnerische Schiffe Stärke zeigt. Im Folgenden Red Herring** genannt.
  3. einem Support-Schiff für die Verbesserung, Verstärkung der eigenen Schiffe. Im Folgenden defensiver Support genannt.
  4. Schiffe die eine spezielle Eigenschaft haben. Das könnte zum Beispiel Boardcontrol mithilfe diverser Aufrüstungen (Bomben, Türme, etc.) sein oder aber auch einfach eine bestimmte Fähigkeit die dem Feind Schwierigkeiten bereitet. Im Folgenden offensiver Support genannt.

*Ich verwende die beiden Begriffe meist in Bezug auf den Initiativ-Wert; 6 = Ace, 5 = Semi-Ace, wobei man manche Schiffe mit I4 auch als Semi-Aces werten könnte.

**Ich verweise kurz auf den Wikipedia-Artikel, wobei in unserem Fall nur entscheidend ist, dass man den Gegner vor eine entscheidende Wahl stellt und auf eine eventuell falsche Fährte lockt.

Die Listen
  1. Rebel’s Half Life Heroes
    1. Übersicht: Die Liste umfasst einen einfachen Alpha Strike durch Raketen (offensiver Support) und viele Möglichkeiten zur Interaktion durch Jakes Fähigkeit und den Vectored Thrusters sowie Ten Numbs eigene Action Economy. Hinzu kommt der defensive Support durch Kyle Katarn und Jyn Erso. Ein wirkliches Ass gibt es nicht, jedoch könnte man sehr einfach Ten Numb mit Wedge im X-Wing austauschen. Allerdings empfand ich Ten als den besseren Hammer um die Nägel in die Kiste zu klopfen.
    2. Spielprinzip: Gegner auf Entfernung durch Raketen ankratzen, evtl. ionisieren, dann im Nahkampf durch gekonnte Blocks von Arvel in die Knie zwingen.
    3. Der kleine Kniff: Arvel kann durch Jake und Kyle trotz Bump mit Aktionen und Token versorgt werden.
  2. Imperial’s No Force for four Fours
    1. Übersicht: Vier Schiffe mit einer Initiative von vier, wodurch die gesamte Koordination leichter fällt. Es gibt zwei bzw. drei Rote Heringe als Semi-Aces, alle drei haben Control Elemente durch Bomben oder Raketen. Rhymer als viertes Schiff kann mittels Torpedos den Anflug sichern und durch die Minen die Gefahr im Rücken mindern.
    2. Spielprinzip: Eine lose Form halten und schauen worauf sich der Gegner stürzt. Dann kräftig einlenken und beim “Abflug” durch Bomben und Minen den Gegner zermürben. Beim neuen Anflug das Prinzip wiederholen.
    3. Der kleine Kniff: Durch seine Fähigkeit kann Major Rhymers die Torpedos sowohl in Reichweite 2 als auch 0 (also Block) benutzen sofern die Zielerfassung vorhanden ist.
  3. Scum’s Filthy Folks
    1. Übersicht: Dies ist eigentlich eine abgewandelte, gemeinschaftliche Idee die ich zusammen mit Jonas entwickelte. Wir haben Guri als Ass, zwei offensive Supporter mit Kontroll-Effekten und einen defensiven Support welcher für Aktionen sorgt oder als Blocker dient. Zeitgleich werden die gegnerischen Schiffe gestört oder an Aktionen beraubt.
    2. Spielprinzip: Guri dient als Ace und Closer, ist durch L3-37’s Koordinieren und die Sensoren nahezu unantastbar während die anderen Schiffe den Gegner mittels Stress, Fangstrahl (Tractor Beam) und Bomben unter Kontrolle halten.
    3. Der kleine Kniff: Unkar kann trotz Block seine Effekte wie 0-0-0 und Feedback Array nutzen, danach rückwärts fliegen und mit etwas Glück den Gegner erneut blocken. Obacht beim Bomben legen!

So, das war ein kleiner Einblick in die neue Materie. Falls ihr Fragen habt oder vorhabt eine der Listen zu fliegen schreibt doch danach kurz wie es gelaufen ist oder was ihr ändern würdet.

Cheers,
H

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